Parodontologie

ParodontologieDie Parodontitis, im Volksmund auch Parodontose genannt,  beschreibt eine Entzündung des Zahnhalteapparates. Die Erkrankung wird grundsätzlich durch Bakterien ausgelöst, die sich durch Plaque und Nahrungsreste überdurchschnittlich vermehren und dadurch zunächst Entzündungsreaktionen im Zahnfleisch auslösen. Diese sind häufig kaum wahrnehmbar, am ehesten bemerken Sie eine erhöhte Neigung zu Zahnfleischbluten oder auch die Rötung des Zahnfleisches an den betroffenen Stellen. Durch die verminderte Abwehrreaktion des entzündeten Bereiches können die Bakterien sich schließlich entlang des Zahnhalses in Richtung Knochen vorarbeiten und bewirken, durch Aktivierung körpereigener Abwehrprozesse, den sukzessiven Abbau des Zahnhalteapparates. Die Folgen sind Zahnverlust an den betroffenen Stellen. Eine unbehandelte Parodontitis kann sich auf den gesamten Kiefer und sogar auf das gesamte Gebiss ausbreiten.

Prophylaxe

Eine regelmäßige und vor allem richtig durchgeführte Mundhygiene ist im Rahmen der Parodontitisprophylaxe die wichtigste Maßnahme zum langfristigen Erhalt Ihrer Zähne. Dazu zählen nicht nur das tägliche Zähneputzen, sondern auch die Verwendung einer geeigneten Zahncreme, das zusätzliche Benutzen von Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten und gegebenenfalls auch einer antibakteriellen Mundspülung. Zudem sollte eine Kontrolle und gründlich Reinigung im halbjährlichem Abstand im Rahmen der professionellen Zahnreinigung stattfinden. Bei familiär gehäuftem frühem Zahnverlust sind kürzere Abstände zu empfehlen.

Therapie

Bei einer bestehenden Parodontitiserkrankung erfolgt eine systematische Behandlung, um diese zum Stillstand zu bringen. Dadurch wird ein weiterer Knochenverlust verhindert; ein selbstständiger Neuaufbau von Knochen ist allerdings nur sehr begrenzt möglich.
Grundlage der Behandlung ist dabei die konsequente Beseitigung der verursachenden bakteriellen Plaque und damit die Reduktion der belastenden Keime. 
Dabei unterscheiden wir zeitlich unterschiedliche Phasen der Behandlung:

1. Behandlungsphase:
Diese umfasst die gründliche Reinigung der Zahnflächen und umfassende Instruktion zur häuslichen Mundhygiene.

2. Behandlungsphase:
Nach zweiwöchigem Intervall, in dem sich die entzündlich geschwollene Schleimhaut in der Regel zurückbildet, erfolgt eine erneute Beurteilung des Zahnhalteapparates in Form eines so gennannten Parodontal- Status. Hierbei werden die Zahnfleisch- Taschen vorsichtig vermessen und so das Ausmaß der Erkrankung ermittelt, um die weitere Therapie individuell zu veranlassen.

Nach Beantragung der Parodontitistherapie bei Ihrer Krankenkasse entsprechend der zuvor ermittelten Messergebnisse und deren Bestätigung zur Kostenübernahme, kann die zweite Phase der Behandlung starten. Ähnlich wie bei der Zahnreinigung werden die Zahnoberflächen gesäubert, wobei hier die unter dem Zahnfleisch liegenden Bereiche im Fokus stehen. Eine entsprechende Betäubung des Zahnfleisches macht die Behandlung sehr erträglich.
In bestimmten Fällen kann der unterstützende Einsatz von Antibiotika angezeigt sein.

3. Behandlungsphase:
Nach einigen Wochen erfolgt eine erneute Beurteilung Ihres Zahnfleisches. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann sich eine weitere Therapienotwendigkeit anschliessen. Zumeist ist in diesen Fällen ein parodontal- chirurgischer Eingriff notwendig, um Zahnsteinreste und Bakterien, die in schwer zugänglichen Zahnfleischtaschen und Wurzelgabelungen (Furkationen) verblieben sind, zu entfernen. Hierbei werden in örtlicher Betäubung die Wurzeloberflächen unter Sicht gereinigt, um möglichst jeden Bakterienschlupfwinkel zu erfassen. Bei größerem Knochenverlust besteht dabei außerdem die Möglichkeit, diesen durch spezielle Behandlungsmethoden teilweise zu reparieren (sog. regenerative Verfahren).

Nachsorge:
Im Rahmen der Nachsorgeuntersuchungen werden die Zahnfleischtaschen regelmäßig erfasst und eine professionelle Zahnreinigung zur Bakterienreduktion durchgeführt. Hierbei ist zu bedenken, dass die Bakterienzahl innerhalb von 3 Monaten auf die ursprüngliche Menge anwächst. Eine vollständige Eliminierung ist technisch nicht möglich und medizinisch auch nicht gewünscht, da einige der Bakterien die Basis für eine gesunde Mundflora bilden. Der langfristige Erfolg der Parodontitisbehandlung hängt wesentlich von Ihrer Mitarbeit bei der täglichen Mundhygiene und von der regelmäßigen Betreuung im Rahmen des von uns angebotetenen Prophylaxeprogramms ab.

on September 17 | by

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